Die Kulturdestille

Destillation ist ein wunderbarer Prozess. Flüchtige Stoffe verdampfen, am Ende einer Kette aus Erhitzen und Abkühlen bleibt einzig das Destillat zurück. Nach mehreren Jahren der Arbeit in einer Kulturinstitution muss ich gestehen, dass dieses universelle Trennverfahren, das Verunreinigungen in Luft auflösen und ein klares, reines Produkt entstehen lässt, eine wunderbare Metapher für den Alltag meiner Museumsarbeit ist. Verschiedene Stoffe müssen verdampfen, Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden, um letztlich ein möglichst simples Endprodukt zu bekommen. Personeller, finanzieller und ideeller Druck erzeugen in der Praxis eine Menge Hitze. Konkrete Lösungen sorgen wiederum für die notwendige Abkühlung. Das Destillat besteht im Kulturbereich aus Ideen, Strategien und Konzepten für Ausstellungen und Veranstaltungen der Institution. Je klarer und reiner es ist, desto besser wird es sich in der Praxis beweisen.

Dieser Blog stellt Geschichten, Ideen und Konzepte aus dem kulturellen Betrieb vor. Dabei handelt es sich bewusst um meine subjektiven Erlebnisse und Einschätzungen, basierend auf meiner Tätigkeit an und meinen Erfahrungen mit verschiedenen deutschen Kulturinstitutionen. Geschmäcker sind verschieden und so wird sicher mancher Leserin und so manchem Leser ein anderes Destillat lieber munden als mir. Es sei mir und Ihnen gegönnt. Gleichgesinnten Geschmäckern wünsche ich indes viel Spaß beim Erkunden.